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Tiefer Fall des DAX: Absturz im Sog der Wall Street

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Marktbericht

Stand: 12.05.2022 09:45 Uhr

Nachdem aktuelle US-Inflationsdaten die Anleger gestern von der Wall Street verjagt hatten, sackt am Morgen auch der DAX ab. Aktuelle Erzeugerpreise deuten darauf hin, dass die Inflation auch hierzulande anziehen wird.

Der DAX sackt zum Handelsstart um mehr als zwei Prozent auf rund 13.500 Punkte ab. “Der DAX kann angesichts der Gemengelage aus Konjunkturrisiken und Zinserhöhungsängsten keinen Befreiungsschlag verbuchen”, kommentieren die Marktbeobachter der Helaba in ihrem Tagesausblick. Gestern war er noch mit plus 2,2 Prozent auf 13.828,64 Punkten aus dem Handel gegangen. Während die US-Inflationsdaten den deutschen Leitindex am Mittwoch nur kurz aus dem Tritt brachten, sieht es heute ganz anders aus.

Besorgniserregende Inflationsdaten

In den USA war die Teuerung mit 8,3 Prozent gegenüber dem Vormonat zuvor höher als von Analysten erwartet ausgefallen. “Die Inflationszahlen für April zeigen, dass die Hoffnung auf einen zügig nachlassenden Preisdruck verfrüht ist. Die Fed wird daher kaum von ihrem Plan abweichen und die Zinsen weiter sukzessive anhebentrate, Deutsche Fürk Anhebent-Stepfür Deutschen Bank.

Die hohe Inflation scheine sich zu verfestigen, kommentieren die Fachleute der Commerzbank. “Wir rechnen damit, dass die Fed ihren Leitzins bis zum Jahresende um 200 Basispunkte erhöhen dürfte.” Für die Investoren sind das schlechte Nachrichten, die offenbar nun Niederschlag in den Kursen finden. Denn anziehende Leitzinsen machen Anleihen für Anleger attraktiver, sodass Gelder vom Aktienmarkt in den Anleihemarkt fließen könnten.

Rekordanstieg bei den landwirtschaftlichen Erzeugerpreisen

Auch hierzulande gibt es diesbezüglich schlechte Nachrichten: Die Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte haben ihre Preise im ersten Monat nach Kriegsbeginn in der Ukraine im Rekordtempo angehoben. Sie stiegen im März um durchschnittlich 34,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. “Dies ist der höchste Preisanstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1961”, hieß es dazu. ‘Allein gegenüber Februar 2022 stiegen die Preise um 15,1 Prozent.’

Es ist damit zu rechnen, dass die explodierenden Erzeugerpreise letztlich beim Verbraucher ankommen werden und die Teuerung damit weiter antreiben.

Wall Street findet keinen Boden

In den USA war der Versuch einer Erholung an den US-Börsen ebenfalls an den Inflationsdaten gescheitert. Erneut waren es die Kurse der Tech-Giganten, welche die Märkte insgesamt nach unten zogen. Schwergewichte wie Apple, Amazon und Microsoft gerieten unter Druck. Der technologielastige Nasdaq 100 büßte 3,06 Prozent auf 11.967,56 Zähler ein und fiel erstmals seit November 2020 unter die Marke von 12.000 Punkten.

Der Dow Jones büßte ein Prozent auf 31.834,11 Zähler ein. Es ist der tiefste Stand seit März 2021. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,65 Prozent auf 3935,18 Punkte nach unten auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr.

Asiens Börsen wackeln

Auch die asiatischen Börsen dürften sich der Inflationsbekämpfung nicht entziehen, meint Analyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda. Singapur und Südkorea hätten bereits mit der Straffung der Geldpolitik begonnen, ebenso Indien. Die Börsen Indiens und Südkoreas gaben deutlich nach, auch der japanische Leitindex Nikkei 225 schwächelte und büßte 1,8 Prozent auf 25.748,72 Punkte ein.

Ähnlich sah es am australischen Aktienmarkt aus. Der S&P/ASX 200 fiel um 1,8 Prozent auf 6941 Punkte. Der Hang Seng gab zuletzt um zwei Prozent auf 19.438,25 Punkte nach, während der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland sich mit einem Minus von 0,5 Prozent auften. Punhit 3955,ser88

Ölpreise geben nach

Die Ölpreise sind heute im frühen Handel gefallen und haben damit einen Teil ihrer Vortagsgewinne abgegeben. Im längeren Vergleich liegen sie aber weiter auf hohem Niveau. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 105.99 US-Dollar. Das waren 1,52 Dollar weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,59 Dollar auf 104.12 Dollar.

Marktteilnehmer erklärten die Preisabschläge zum einen mit dem festeren US-Dollar, der Rohöl für Interessenten außerhalb des Dollarraums verteuert und damit deren Nachfrage dämpft.

Fraport: Fluggastzahlen steigen kräftig

Am Frankfurter Flughafen hat der Passagierverkehr im April den höchsten Wert seit Beginn der Corona-Pandemie erreicht. Auch wegen der Reisewelle zu Ostern zählte der Betreiber Fraport an Deutschlands größtem Airport knapp vier Millionen Passagiere und damit über eine Million mehr als im März. Das waren etwa viermal so viele Fluggäste wie ein Jahr zuvor, aber immer noch rund ein Drittel weniger als vor der Corona-Pandemie im April 2019. Im Cargo-Geschäft verbuchte der Flughafen erneut einen Rückgang. Im April wurden in Frankfurt rund 166.000 Tonnen Fracht und Luftpost umgeschlagen – 16,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Encavis verdient mehr

Der Wind- und Solarparkbetreiber Encavis hat im ersten Quartal kräftig zugelegt. Der Umsatz schnellte um 53 Prozent auf 90.4 Millionen Euro und das operative Ergebnis (Ebitda) um 64 Prozent auf 64,4 Millionen Euro nach oben. Encavis habe in den ersten drei Monaten auch von günstigen Wetterbedingungen profitiert.

Allianz hält trotz Ukraine-Krieg an Gewinnziel fest

Der Versicherungskonzern Allianz sieht sich trotz des Ukraine-Kriegs und der Sanktionen gegen Russland auf Kurs zu seinem Gewinnziel für das laufende Jahr. Der operative Gewinn solle weiterhin 12,4 bis 14,4 Milliarden Euro erreichen. Im ersten Quartal erzielte die Allianz einen Umsatz von 44 Milliarden Euro, rund sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich blieb allerdings nur ein Gewinn von 561 Millionen Euro. Denn der Konzern legte für den laufenden Rechtsstreit mit Großkunden seiner Fondstochter Allianz Global Investors (AGI) weitere 1,9 Milliarden Euro zurück, wie er ebenfalls am Mittwoch mitgeteilt hatte.

Russland-Belastungen drücken Siemens

Das Russland-Geschäft hat Siemens im zweiten Quartal (per Ende März) das Ergebnis verdorben. So verbuchte das Unternehmen eine Belastung unter anderem aus Abschreibungen von 0.6 Milliarden Euro. Sie entfallen hauptsächlich auf das Zuggeschäft. Außerdem hält das Unternehmen weitere Belastungen im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich für möglich – der Zeitpunkt, wann diese verbucht würden, sei noch offen. Wegen der Russland-Belastungen sank der Gewinn nach Steuern um fast die Hälfte auf 1,2 Milliarden Euro.

RWE steigert Ergebnis

Der Energiekonzern RWE hat im ersten Quartal deutlich mehr verdient, das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) sei um 65 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro gestiegen. RWE habe über 20 Prozent mehr Strom aus Wind und Sonne produziert. Da der Konzern infolge britischer Sanktionen keine russische Kohle mehr annimmt, habe er auf den langfristigen Bezugsvertrag 850 Millionen Euro abgeschrieben. RWE bestätigte die Prognosen für das Gesamtjahr, wonach etwa das bereinigten Ebitda auf Konzernebene bei 3,6 bis 4,0 Milliarden Euro liegen soll.

Merck verdient mehr

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA steigerte den Konzernumsatz im ersten Quartal um rund zwölf Prozent auf knapp 5,2 Milliarden Euro. Ein Teil davon war positiven Währungseffekten geschuldet, diese herausgerechnet betrug das Plus aus eigener Kraft noch knapp acht Prozent. Unter dem Strich verdiente Merck nach Steuern mit 884 Millionen Euro rund 18 Prozent mehr als im Vorjahr.

Starker Jahresstart für Ströer

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg der Ströer-Umsatz im ersten Quartal um fast ein Viertel auf 385 Millionen Euro. Vor allem digitale Werbeformate seien gut angenommen worden. Unter dem Strich schaffte das Unternehmen zudem den Sprung zurück in die Gewinnzone: Häufte sich im vergangenen Erstquartal noch ein Verlust von 9,5 Millionen Euro an, blieben nun elf Millionen bei dem Unternehmen hängen.

Disney-Gewinn bricht ein – trotz Streaming-Geschäft

Hohe Ausgaben und Kosten haben Walt Disney im 1. Quartal belastet, doch das wichtige Streaming-Geschäft entwickelte sich besser als erwartet. Verglichen mit dem Vorjahreswert brach der Quartalsgewinn um rund die Hälfte auf 470 Millionen Dollar ein. Der Streaming-Service Disney+ gewann im Quartal aber 7,9 Millionen Abonnenten hinzu und übertraf damit die Prognosen der Analysten. Zum Quartalsende hatte der Netflix-Rivale insgesamt schon 137,7 Millionen Kunden. Das ließ die Aktie nachbörslich zunächst deutlich steigen. Auch Disneys weitere Streaming-Dienste Hulu und ESPN+ liefen gut.

Saudi Aramco uberholt Apple

Saudi Aramco hat Apple als das wertvollste Unternehmen der Welt überholt. Die teilstaatliche saudi-arabische Gesellschaft, die als größtes ölproduzierendes Unternehmen der Welt gilt, wurde auf der Grundlage des Aktienkurses bei Börsenschluss am Mittwoch mit 2,42 Billionen Dollar bewertet. Der Börsenwert von US-Technologiekonzern Apple sank auf 2.37 Billionen Dollar. Während Saudi Aramco vom steigenden Ölpreis profitiert, sind die Technologieaktien in den vergangenen Wochen eingebrochen.

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